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BAKTERIEN, VIREN UND PARASITEN

Biofilm in Trinkwasserrohren beschleunigt mikrobiologisches Wachstum – gefährlich und abstossend!


Mikroorganismen im Trinkwasser. Fluch oder Segen?

 

Mikroorganismen sind und waren von jeher im Wasserkreislauf sowie in Ihrem eigenen Trinkwasser schon immer vorhanden. Nicht immer sind diese schädlich und dienen sogar Wasseraufbereitungsanlagen (Beispiel: Kläranlagenbetreiber) als Grundlage Ihres Säuberungskreislaufs. Gesundheitsgefährdende Bakterien und Keime stellen jedoch im Trinkwasser immer öfter ein Problem dar. Denn es treten immer häufiger Fälle von verkeimtem Trinkwasser in öffentlichen Gebäuden und den daraus resultierenden Krankheiten auf.

Dies führt zu öffentlicher Wahrnehmung und voranschreitender Sensibilisierung.  Deshalb wollen wir Ihnen einen Überblick verschaffen über die verschiedenen Mikroorganismen im Trinkwasser, die jeweils die Qualität des Trinkwassers beeinflussen und die Gesundheit der Verbraucher bedrohen. Dieser Überblick soll helfen, die gefährlichsten Mikroorganismen zu kategorisieren und einschätzen zu können. Hier lassen sich zwei wesentliche Kerngruppen unterscheiden. Nämlich Bakterien und Viren.

 

Bakterien sind mikroskopisch winzige, einzellige Mikroorganismen von kugeliger (Coccus), stäbchenförmiger oder schraubiger (Spirillum) Gestalt. Das Bakterienchromosom liegt als ringförmig geschlossener Strang vor. Die Lebensweise und Ihr Stoffwechsel sind sehr unterschiedlich ausgeprägt, besonders im Wasserkreislauf. So gibt es beispielsweise Bakterien, die Sauerstoff dringend benötigen, Bakterien, für die Sauerstoff sogar Gift ist, und Bakterien, die tolerant gegenüber Sauerstoff sind. man kann einfach sagen, dass Bakterien überall in der Luft, im Wasser und im Boden verbreitet sind. Besonders bei der Abwasseraufbereitung spielen sie eine wesentliche Rolle, wie im Artikel “Vom Abwasser zum Flusswasser” zu lesen ist. Die Vermehrung der Bakterien erfolgt dabei asexuell durch sogenannte Zellteilung bzw. Querteilung oder Sprossung. Die meisten Bakterien leben in der Natur in Form von Biofilmen zusammen. Und genau da ist der wesentliche Haken für Ihre Trinkwasserqualität. Denn eines der wesentlichen Kernrisiken für die Vermehrung von Keimen, die wir in Ihrer Wasserinstallation beschrieben haben ist genau in Ihren Rohren und Leitungen zu finden – der Biofilm.

Viren sind infektiöse winzig kleine Partikel, die sich durch Übertragung verbreiten. Dabei können sich Viren lediglich innerhalb einer Wirtszelle verbreiten, also nicht im Trinkwasser selbst.  Sie selbst bestehen nicht aus einer Zelle. Jede Virusart enthält das Programm zu ihrer Vermehrung und Ausbreitung, besitzen aber weder eine eigenständige Replikation noch einen eigenen Stoffwechsel. Sie leben also in einer Art Symbiose mit der Wirtszelle. Viren sind im Gegensatz zu Bakterien keine Zellen und können auch nicht einfach medikamentös abgetötet werden. Es ist lediglich möglich, eine virale Infektion und vor allem die Virusvermehrung durch Virostatika zu be- oder verhindern. Das schlimme daran ist, dass Viren zu den wassergebürtigen Krankheitserregern zählen, die jeweils fäkal-oral übertragen werden.  So können Viren gefährliche Magen-Darm Erkrankungen oder gar Kinderlähmung auslösen. In Ihrem Trinkwasser können Viren mehrere Wochen gar Monate überleben! Alle in der gängigen Literatur beschriebenen Epidemien durch Trinkwasser sind auf massive fäkale Verunreinigung des Trinkwassers zurückzuführen. Dies ist eine Tatsache!  Es ist belegt, dass beispielsweise Rotaviren weltweit mehr als 70 % der schweren Durchfallerkrankungen bei Kindern auslösen und damit die häufigste Ursache von Darminfektionen in dieser Altersgruppe sind.

Parasiten - Das Wasser bzw. Trinkwasser spielt seit jeher als Trägermedium von krankheitsübertragenden Parasiten für den Verbraucher eine tragende  Rolle. Das Wasser dient hierbei als Transportmedium für die Erreger selbst oder als Lebensraum für Symbiosen. Ein Befall durch den Parasiten erfolgt hierbei meist durch schlucken oder Verzehr eines Zwischenwirtes.

So sind zum Beispiel Giardien die zweithäufigsten Darmparasiten, die normalerweise bei Haustieren wie Hunden und Katzen, aber eben auch bei Menschen auftreten. Sie können nach einer Inkubationszeit von drei Tagen bis zu drei Wochen Magen-Darm-Krankheiten auslösen, insbesondere bei Menschen mit empfindlichen Verdauungssystemen.

Die gefährlichsten Bakterien:

Legionellen

In Sachen “Trinkwasserhygiene” DER Vertreter seiner Bakterienzunft! Diese Bakterien im Trinkwasser sind Feuchtkeime und fühlen sich im Wasser besonders wohl. Dies gilt vor allem in Warmwasser-Systemen, die eine stetige, lauwarme Temperatur von circa 20 – 50 Grad Celsius aufweisen. Sie können durchaus lebensbedrohlich für den menschlichen Organismus werden, da sie das Pontiac-Fieber wie auch die Legionärskrankheit (schwere Lungenentzündung) verursachen können. Dieser Keim – die Legionelle –  ist besonders gefährlich und deshalb haben wir Ihm eine eigene Rubrik gewidmet.

Pseudomonaden

Dieses Bakterium ist ein Kaltwasserkeim und liebt vor allem Stagnationswasser (stehendes Wasser). Diese treten bei fehlerhaft geplanten oder älteren Leitungssystemen und längeren Wasser-Nutzungsunterbrechungen auf. Pseudomonaden gelten als Verursacher von Lungenentzündungen und Harnwegsinfekten. Das früher auch oft als „Nass- oder Pfützenkeim” bezeichnete Bakterium ist ein fakultativer Krankheitserreger.

Besonders in Krankenhäusern oder Schwimmbädern kommt dieser Erreger häufiger vor.

E. coli

E.coli, auch coliforme Bakterien, zu denen auch Escherichia coli gehört, sind unter anderem Bestandteil der normalen Darmflora von Mensch und Tier.

Sie werden mit den Fäkalien ausgeschieden, und dienen daher – insbesondere E.coli – bei der routinemäßigen Trinkwasseruntersuchung als Indikatororganismen für eine fäkale Verunreinigung des Trinkwassers. Coliforme Bakterien können darüber hinaus auch aus anderen unspezifischen nicht-fäkalen Quellen eingetragen werden. Bestimmte E.coli-Bakterien (z.B. EHEC-Bakterien), die ins Trinkwasser geraten, können schwerste Infektionen verursachen und sogar für Epidemien verantwortlich sein. Daher besitzt Trinkwasser bei Vorliegen einer derartigen Kontamination keine Trinkwasserqualität mehr nach der gesetzlichen Trinkwasserverordnung.

Es verursacht viele Krankheitssymptome, wie Magen-Darm-Komplikationen, Blinddarmentzündungen und Bauchfellentzündungen.

Enterokokken

Enterokokken sind normale Darmbewohner von Wirbeltieren und damit in Ausscheidungen von Menschen und Tieren nachweisbar. Im Trinkwasser haben diese Mikroorganismen eine hohe Lebensfähigkeit und können beim Nachweis auf eine länger zurückliegende oder periodisch vorkommende Verunreinigung des Wassers hinweisen. Enterekokken sind meist für Wundinfektionen und Harnwegsinfektionen verantwortlich.

Salmonellen

Salmonellen gehören zur Familie der Enterobacteriaceae. Sie sind in der Natur weit verbreitet. Beim Auftreten von Salmonellen in Oberflächen-, Grund- und Abwasser sowie in Klärschlämmen und Kompost bestehen hohe seuchenhygienische Risiken.

Clostridien

Clostridien kommen im Darm von Mensch und Tier und allen anderen Elementen der Erde, wasser, Staub usw. vor.  Clostridium perfringens ist der Erreger des Gasbrandes. Aufgrund der Fähigkeit der Sporenbildung überleben diese Mikroorganismen länger im Wasser als andere Keime und können somit zugleich Hinweise auf länger zurückliegende Verunreinigungen des Trinkwassers geben. Durch die Sporenbildung sind sie zugleich widerstandsfähiger gegen zahlreiche Desinfektionsverfahren. Der Nachweis von Clostridium perfringens erfolgt nach einer in der TrinkwV 2001 beschriebenen Methodik.


Die gefährlichsten Viren:

Norovirus

Diese Virenart ist für starke Magen-Darm Erkrankungen mit starken Brechreiz bekannt. Übertragungsträger können auch im Trinkwasser zu finden sein. Die Erreger werden von Erkrankten massenhaft mit dem Stuhl und dem Erbrochenen ausgeschieden und sind hoch infektiös.

Rotavirus

„Rotavirus“ und „Pädiatrische Rotavirus-Gastroenteritis“ (PRG) ist ein Virus, dass verantwortlich für sehr starke Magen-Darm Erkrankungen ist. Besonders für Kinder und Säuglingen ist dieses Virus gefährlich.

Die Rotavirus-Gastroenteritis (Rotavirus bedingte Durchfallerkrankung) ist eine schwere Erkrankung mit nicht prognostizierbaren Krankheitsverlauf. Kinder können eine mild verlaufende Durchfallerkrankung entwickeln, aber auch an schwerwiegenderen Symptomen wie zum beispiel Erbrechen, Fieber, starken Bauchschmerzen und schnellem Verlust von Körperflüssigkeit leiden. Es gibt keine Möglichkeit, vorauszusagen, bei welchem der infizierten Kinder die Krankheit einen schweren Verlauf nehmen wird.

Die Rotavirus-Infektion betrifft vor allem Säuglinge und Kleinkinder. Praktisch alle Kinder infizieren sich mit Rotaviren in den ersten zwei bis drei Lebensjahren – dem Alter mit dem höchsten Komplikationsrisiko. Die höchste Anzahl an Rotavirus-Erkrankungen findet sich normalerweise bei Kindern unter drei Jahren.


Die gefährlichsten Parasiten:

Giardien

Giardien sind mikroskopisch kleine Darmparasiten, die mit dem Kot von Tieren und Menschen ausgeschieden werden. Befinden sie sich im Trinkwasser, so können diese Parasiten gefährlichste Magen-Darm Erkrankungen auslösen.


Tödliche Bakterien & Viren in Ihrem Wasser – die Gefährlichsten

 

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1. Legionellen

Die Legionelle ist DIE “traurige” Berühmtheit von Bakterien, wenn es um kontaminiertes Trinkwasser geht. Denn diese Bakterien sind verantwortlich für extrem viele Todesfälle in Deutschland. Lesen Sie hierzu mehr.

 

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2. Pseudomonaden

Dieses Bakterium ist ein Kaltwasserkeim und liebt vor allem Stagnationswasser (also Wasser das steht). Diese treten bei fehlerhaft geplanten oder älteren Leitungssystemen auf. Pseudomonaden gelten als Verursacher von Lungenentzündungen und Harnwegsinfekte.

 

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3. E-coli

Sie werden mit Fäkalien ausgeschieden. Oft sind fäkale Verunreinigungen im Trinkwassersystem verantwortlich durch diesen Keim. Es verursacht viele Krankheitssymptome, wie Magen-Darm-Komplikationen, Blinddarmentzündungen und Bauchfellentzündungen. Retroverkeimung ist meist dafür verantwortlich.

 

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4. Noro-Viren

Diese Virenart ist für starke Magen-Darm Erkrankungen mit starken Brechreiz bekannt. Übertragungswege können auch im Trinkwasser zu finden sein. Die Erreger werden von Erkrankten massenhaft mit dem Stuhl und dem Erbrochenen ausgeschieden und sind hoch infektiös.

 

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5. Rota-Virus

„Rotavirus“ und „Pädiatrische Rotavirus-Gastroenteritis“ (PRG) ist ein Virus, dass verantwortlich für sehr starke Magen-Darm Erkrankungen ist. Besonders für Kinder und Säuglingen ist dieses Virus gefährlich.